Wer Vietnam bereist, entdeckt kein Land, das sich in einem Atemzug erfassen lässt, sondern eine vielschichtige Erzählung aus Landschaften, Kulturen und Begegnungen. Zwischen dem azurblauen Meer von Nha Trang, den Lampions von Hoi An, den eleganten Salons Hanois und den stillen Bergen im Norden entfaltet sich eine Reise, die so abwechslungsreich ist wie ein Roman: voller leiser Momente, überraschender Höhepunkte und Orte, die man nie wieder vergisst.

NHA TRANG - AUFATMEN AM MEER

Am Anfang steht das Meer. In Nha Trang, im Fusion Resort Cam Ranh, finden wir den perfekten Auftakt für diese Reise: ein heller Strand, sanfte Wellen – und das Wissen, dass hier im Sommer ein seltener Luxus wartet. Während andere Fernreiseziele in dieser Jahreszeit mit Regen zu kämpfen haben, zeigt sich Zentralvietnam von seiner besten Seite. Das Meer ist ruhig, das Klima stabil – ein Geschenk, besonders für Familien, die die Sommerferien nutzen möchten.

Das Resort selbst überrascht mit einem besonderen Geschenk: Jeder Gast erhält täglich eine inkludierte Spa-Anwendung. Massagen, Gesichtsbehandlungen, Maniküre, Pediküre – all das wird ganz selbstverständlich zu wohltuenden Inseln im Tag. Dazu kommen unterschiedliche Pools, hervorragende Restaurants, eine eigene Farm, frische Kräuter, Eier von freilaufenden Hühnern, Ziegen, Gemüsebeete. Es ist eine kleine Welt für sich, in der man nichts vermisst, perfekt zum An- und Runterkommen. Wer einmal hier ist, bleibt gerne eine Woche – einfach um zu spüren, wie der Alltag Schicht für Schicht von einem abfällt.

Und doch ruft die Neugier. Vietnam will entdeckt werden – nicht nur im Rückzug, sondern auch auf den Wegen dazwischen.

DER ANANTARA-ZUG - EIN REISEERLEBNIS FÜR SICH

Am Bahnhof von Nha Trang wartet ein weiterer Höhepunkt: der Anantara-Zug, mit dem wir entlang der Küste Richtung Norden, nach Quy Nonh fahren werden. Ein Waggon, angehängt an den regulären Zug, der sich beim Betreten als ein Refugium aus Holz, weichen Sesseln und diskretem Service entpuppt. Zwölf Plätze, eine kleine Bar, ein separater Massagebereich – hier wird das Reisen selbst zum Erlebnis.

Wir nehmen Platz, der Zug setzt sich in Bewegung, und schon nach wenigen Minuten verstehen wir den Zauber: Die Landschaft zieht in all ihrer vielfältigen Schönheit vorbei und wir können uns wohlig zurücklehnen. Reisfelder wechseln sich ab mit Blicken aufs Meer, Wasserbüffel tauchen auf, Fischer flicken ihre Netze. Es ist, als würde ein atmosphärischer, bildgewaltiger Film vor unseren Augen ablaufen.

Zwischendurch verschwinden wir für fünfzehn Minuten in den kleinen Spa-Raum – eine Massage, während der Zug gleichmäßig rattert. Zurück am Platz serviert der Kellner den Afternoon Tea, es gibt Snacks und später genießen wir einen Cocktail an der Bar. Die Sitzplätze können zu bequemen Betten umgebaut werden, und vom Nackenkissen bis zu Pantoffeln ist an alles gedacht. Es ist diese Mischung aus Nostalgie und Gegenwart, die uns mühelos entschleunigt.

QUY NHON - STRAND, LUXUS & STILLE

Nach wenigen Stunden erreichen wir Quy Nhon. Unsere Empfehlung in dieser Region ist ein Hotel, das uns den Atem raubt: das Zannier Hotels Bai San Ho. Seine Bucht ist von Felsen umrahmt, der Strand wirkt unberührt, als habe ihn noch kaum jemand betreten. Die Architektur fügt sich leise in die Natur ein: Steine, Holz, gedämpfte Farben. Von den Panorama-Villen am Hang reicht der Blick weit über das Meer, während unten im Spa Behandlungen angeboten werden, die deutlich erschwinglicher sind als an anderen Luxusdestinationen. Fünf Nächte hier wären perfekt: Genug, um die Abgeschiedenheit zu zelebrieren, aber nicht so lang, dass man die Vielfalt des Landes verpasst. Es ist eine jener Adressen, die man nur ungern verlässt – und doch warten schon der nächste Zug und weitere unvergessliche Erfahrungen.

HOI AN - LAMPIONS, SCHNEIDEREIEN & FLUSSMAGIE

Wieder finden wir uns im Anantara-Waggon, der uns noch weiter in den Norden nach Da Nang bringt. Nach einer anschließenden kurzen Autofahrt sind wir in einer der schönsten Städte Vietnams. Hoi An empfängt uns mit Farben und Geräuschen. Lampions leuchten in allen Schattierungen, kleine Boote gleiten lautlos über den Fluss, in den Gassen duftet es nach Räucherstäbchen und frisch gegrilltem Fleisch. Die Stadt wirkt wie eine Kulisse, und doch lebt sie: Schneider bieten maßgeschneiderte Anzüge und Kleider an, Schuhmacher fertigen Sandalen nach Wunsch, kleine Tempel erzählen vom chinesischen Einfluss.

Wir wohnen im Anantara Hoi An Resort, direkt am Fluss. Abends sitzen wir auf der Terrasse, beobachten die Lichter und das Treiben – ein Ort, der die Seele sofort einfängt. Wer es abgeschiedener mag, findet im Namia River Retreat die Alternative: zehn Fahrradminuten vom Zentrum entfernt, helle Suiten mit Privatpools, tägliche Massagen inklusive. Von hier führt ein idyllischer Weg am Fluss entlang direkt zurück in die Altstadt. Zwei sehr unterschiedliche Arten, Hoi An zu erleben – beide stimmig, beide reizvoll.

NAM HAI - LUXUS AM MEER

Nur zwanzig Minuten entfernt liegt eines der luxuriösesten Resorts Vietnams: das Four Seasons Resort The Nam Hai. Ein Resort, das in seiner Größe und Eleganz beeindruckt: Villen mit Privatpools, mehrere weitläufige Pools, ein riesiger Yogapavillon, ein Fitnessbereich, Restaurants von Weltklasse. Familien fühlen sich hier ebenso wohl wie Paare. Kinder spielen am Strand, Erwachsene finden ihre Ruhe am Pool oder bei einer Spa-Anwendung. Es ist die Mischung aus Exklusivität und Lebendigkeit, die dieses Resort zu einem Favoriten macht – und der ideale Kontrast zum Trubel in Hoi An.

HANOI - FRANZÖSISCHES FLAIR & VERBORGENEN TÜREN

Unser nächster Flug bringt uns nach Hanoi, die Hauptstadt mit französischem Flair und vietnamesischem Herzschlag. Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Gassen, Mopeds und Straßenküchen. Wir probieren Pho-Suppe schon am Morgen, kaufen frische Kokosnüsse und erleben den berühmten Moment in der „Train Street“, wenn der Zug so dicht an den Cafétischen vorbeifährt, dass man den Atem anhält.

Wir übernachten im Sofitel Legend Metropole Hanoi, einem Klassiker mit Geschichte, in dem schon Politiker und Schauspieler residierten. Ein Haus, das Eleganz ausstrahlt, ohne prätentiös zu sein. Außerdem besuchen wir das Capella Hanoi – ein Hotel wie eine Bühne. Great-Gatsby-Stil, Champagnerabende, Live-Piano. Abends werden wir zu einem geheimen Erlebnis geführt: Erst geht es zur Rooftop Bar. Eine Frage, richtig beantwortet – und plötzlich öffnet sich eine zuvor unsichtbare Tür. Dahinter eine Bar, geheimnisvoll, besucht von Zigarrenrauchern und Persönlichkeiten aus aller Welt. Es ist einer dieser Abende, an die man sich noch Jahre erinnert.

DAS GROSSE FINALE IM NORDEN

Die letzte Etappe führt uns in die Berge. Die mehrstündige Fahrt führt vorbei an Flüssen, Terrassenfeldern und Dörfern, die noch immer wirken, als sei die Zeit hier stehengeblieben. Das Avana Retreat liegt wie ein Geheimnis inmitten dieser Landschaft. Jede Villa steht frei, aus natürlichen Materialien gebaut, mit Blick auf Reisfelder und Berge. Der Pool erstreckt sich über zwei Ebenen, als würde er mit den Terrassen verschmelzen. Hier kann man zu Wasserfällen wandern, im Yoga-Pavillon bei sich ankommen und in der Aussicht schwelgen oder ein traumhaftes Dinner direkt am Wasserfall genießen. Der Weg dorthin ist gesäumt von unzähligen Laternen, die Stimmung wunderbar romantisch. Abends kehren wir zurück in unsere Villa, das Rauschen des Flusses im Hintergrund. Und irgendwann, beim Abschied, sind da Tränen. Nicht, weil die Reise endet, sondern weil sie uns so sehr berührt hat.

VIETNAM IN ALL SEINEN FACETTEN

Diese Reise ist mehr als eine Aneinanderreihung von Orten. Sie ist ein Mosaik aus Eindrücken: das Wellness-Erlebnis in Nha Trang, die Zugfahrten voller Genuss und Aussicht, die Handwerkskunst in Hoi An, der Luxus am Strand von Nam Hai, die zahlreichen Überraschungen in Hanoi, die Stille der Berge im Avana Retreat. Vietnam zeigt sich uns als Land für Entdecker, Genießer, Familien und Paare zugleich. Wer sich einlässt, reist nicht nur von A nach B, sondern durch die Ebenen eines Landes, das Tradition und Moderne, Kultur und Komfort, Natur und Luxus mühelos verbindet. Und am Ende bleibt nicht nur die Erinnerung – sondern die Sehnsucht, zurückzukehren.