Keine Safari gleicht der anderen – das werden Sie schnell merken. Jeder Tag in der afrikanischen Wildnis schreibt seine eigene Geschichte. Vielleicht kreuzt ein Löwe Ihren Weg, der sich nach der nächtlichen Jagd zur Ruhe legt. Oder Sie beobachten eine Elefantenherde beim morgendlichen Bad. Genau dieses Unvorhersehbare, dieser “Faktor X”, macht eine Safari so besonders. Und obwohl Sie nie wissen, was Sie erwartet, folgt ein klassischer Safaritag doch einem bewährten Rhythmus, der Ihnen Orientierung gibt – damit Sie sich ganz auf das konzentrieren können, weshalb Sie hier sind: die Magie der Natur.
Wenn der Tag erwacht: Guten Morgen Afrika!
Der frühe Vogel wird Sie vielleicht bereits geweckt haben, wenn ein Mitarbeiter Ihrer Lodge oder Ihres Camps Ihnen zwischen 5 und 6 Uhr sanft einen guten Morgen wünscht und Ihnen eine dampfende Tasse Kaffee oder Tee vor Ihre Suite oder Ihr Zelt stellt. Es ist zwar noch dunkel, doch im Busch tobt bereits das Leben: Ringsum herrscht ein Zwitschern, Zirpen und Summen von exotischen Vogelstimmen, Zikaden und Insekten, die zum Soundtrack Ihrer Safari werden und später bestimmt immer wieder Ihre Sehnsucht nach Afrika entfachen wird, wenn Sie es auf Videos oder im Fernsehen hören.
Sie haben Gelegenheit sich frisch zu machen und für Ihre Morgensafari anzuziehen. In einer Lodge kommt das heiße Wasser aus der Leitung in Ihrem Badezimmer en-suite, in einem einfacheren Zeltcamp erwartet es Sie frisch über dem Feuer gewärmt in einer Waschschüssel in Ihrem eigenen abgetrennten Waschbereich. “Einfacher” heißt in diesem Fall übrigens nicht weniger komfortabel – in unseren sorgfältig ausgewählten Camps stehen Ihnen nämlich Ihr eigenes WC, ein bequemes Bett und ebenfalls hervorragender, superherzlicher Service zur Verfügung –, sondern noch eine Spur abenteuerlicher, da die Zelte nicht auf Stelzen, sondern direkt auf dem Boden stehen und Sie nachts nur durch eine Leinwand von der Wildnis getrennt sind.
AUFBRUCH INS ABENTEUER: IHRE MORGENSAFARI
Spätestens, wenn Sie mit dem Jeep in die Natur fahren, wissen Sie, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat. Die morgendliche Stimmung im Busch ist wunderschön. Langsam geht die Sonne auf und der Morgennebel verzieht sich, aber es kann gerade auf den offenen Ebenen, auf denen um diese Tageszeit ein mitunter eisiger Wind geht, noch empfindlich kalt sein. Ziehen Sie sich deshalb unbedingt warm an, am besten im Zwiebellook, denn gegen Mittag wird es im afrikanischen Sommer auf der Südhalbkugel (unseren Wintermonaten) heiß und im afrikanischen Winter (unseren Sommermonaten) mild bis feuchtwarm.
Zahlreiche der kleineren Lebewesen sind ja wie Sie bemerkt haben schon wach, und so langsam gesellen sich auch Antilopen, Gazellen, Zebras und Co. dazu. Unter Umständen haben Sie sogar das Glück noch ein Rudel von der nächtlichen Jagd bzw. Revierverteidigung müder Löwen oder einen scheuen Leoparden auf der Suche nach einem schattigen Schlafplatz zu erblicken. An den Wasserlöchern gibt es immer einiges zu sehen. Vor allem Elefanten lieben das morgendliche Bad und genehmigen sich dabei auch gerne eine Schlammkur.
Ihr Ranger/Guide, der den Jeep fährt und häufig auch noch von einem Spurenleser (“Tracker”) begleitet wird, weiß, wo sich welche Tierarten zu welcher Tageszeit aufhalten, weil er 1. den lokalen Busch wie seine Westentasche kennt und 2. über Funk mit seinen Ranger-Kollegen verbunden ist, so dass er sofort erfährt, wenn es irgendwo etwas Besonderes zu beobachten gibt. Das Fernglas im Anschlag und die Kamera gezückt begeben Sie sich zu den “Places to be” der Tierwelt und haben Gelegenheit das Geschehen in respektvollem Abstand zu erleben und zu dokumentieren.
Das Safari-Fahrzeug, das Sie nur auf ausdrückliche Erlaubnis Ihres Guides verlassen sollten, verfügt meist über offene Seiten, damit Sie alles im Blick haben können. Entsprechend Ihrer Safari-Location sind Sie nicht nur mit dem Allrad-Fahrzeug, sondern auch zu Fuß oder mit dem Boot unterwegs.
Vorsichtig nähern Sie sich dem Spektakel und verfolgen gebannt, wie eine Giraffe hingebungsvoll frisst, eine riesige Büffelherde die Erde vor Ihnen erzittern lässt oder ein Prachtfregattvogel seinen auffallend roten Kehlsack zur Balz aufbläst. Und das sind nur einige wenige Beispiele für die endlose Vielfalt an Safari-Storys, die Sie schreiben werden…
DAS "ZWISCHENDRIN UND DRUMHERUM"
Was wäre eine Safari ohne Pausen? Da Sie mehrere Stunden, je nach Tour bis zum Mittag oder sogar in den Nachmittag hinein unterwegs sind, gehört ein Busch-Picknick einfach dazu. Sie werden sich wundern, was Ihr Guide Ihnen fernab der Zivilisation inmitten der Wildnis so alles auftischt: selbst gebackenen Kuchen, herzhafte Sandwiches, knackiges Obst, heißen Kaffee aus der Thermoskanne und wenn Sie mögen auch einen Schuss Amarula… Alles wurde frisch in der Lodge- bzw. Camp-Küche für Sie zubereitet und schmeckt vor den spektakulären Panoramen der afrikanischen Natur noch einmal so köstlich. Erfrischungsgetränke können Sie sich jederzeit während der Pirschfahrt aus der Kühlbox im Fahrzeug nehmen.
Bei den Stopps, aber auch während der Fahrt und leise während der Tierbeobachtungen können Sie Ihrem Guide Fragen rund um die Flora und Fauna stellen – sein umfangreiches Wissen wird Sie beeindrucken – und ihn näher kennenlernen, wie auch die anderen Safari-Teilnehmer Ihrer kleinen Gruppe von in der Regel maximal 6 Personen, vorausgesetzt Sie haben keine private Safari gebucht.
Und wenn Sie dann “nach Hause” in die Lodge oder das Camp kommen, wartet ein leckerer Lunch auf Sie. Genießen Sie die paar Stunden Freizeit bis zur Abendsafari, ob bei einem wohltuenden Nickerchen oder mit einem guten Buch auf Ihrer privaten Terrasse, bei dessen Lektüre Sie zwischendurch mit großer Wahrscheinlichkeit durch vorbeispazierende Elefanten, neugierige Nashornvögel oder andere interessante Camp- bzw. Lodge-Besucher unterbrochen werden. Möglicherweise verfügt Ihre Unterkunft auch über einen Pool, in dem Sie sich erfrischen können oder bietet Wellness-Behandlungen und Massagen an.
WENN ES NACHT WIRD IM BUSCH
In aller Regel sind beim Aufenthalt in unseren Safari Lodges und Camps in Afrika pro Tag 2 Pirschfahrten bzw. andere Safari-Aktivitäten wie Bush Walks inklusive. Die erste aufregende Safari am Morgen liegt ja bereits hinter Ihnen, und nach einem kurzen Treffen zum Spätnachmittagskaffee oder -tee mit frisch gebackenem Kuchen oder Muffins im Speisebereich geht es auf die zweite Safari des Tages. Denken Sie wegen der Moskitos an lange Kleidung! Während die tagaktiven Savannenbewohner sich nun langsam zur Ruhe begeben, erwachen die nachtaktiven Tiere, darunter Großkatzen und Hyänen, und bereiten sich auf die Jagd vor. Abends zeigt sich die Wildnis von einer ganz anderen Seite. Die kitschig-schönen Bilderbuchsonnenuntergänge Afrikas sind in der Realität noch viel spektakulärer, und es liegt eine knisternde Spannung in der Luft. Schließlich entscheidet sich in der Dämmerung, welche Pflanzenfresser es noch einmal schaffen den hungrigen Räubern davonzukommen. Wer weiß, womöglich erleben Sie sogar eine solche Jagdszene mit…
Augenscheinlich gemächlicher geht es bei den Flusspferden zu, die sich am Abend noch einmal in voller Lautstärke durch Wiehern und Grunzen vor ihren Artgenossen behaupten. Ein Hippo-Tümpel ist ein toller Ort für einen Sundowner, den Ihr Guide gerne für Sie vorbereitet – aber bitte mit gebührendem Abstand, denn die Kolosse zählen zu den gefährlichsten Tieren der Welt. Auch die anderen Geräusche der Nacht können den Menschen ehrfürchtig erschaudern lassen. Da ist das Heulen und Lachen der Hyänen, und eventuell vernehmen Sie auch das Sägegeräusch eines Leoparden, der ganz in der Nähe sein Revier absteckt… Viele unserer Safari Lodges und Camps verfügen über private Konzessionen, d. h. Durchquerungsrechte in den Schutzgebieten und können auch Nachtpirschfahrten nach Einbruch der Dunkelheit mit Scheinwerfer anbieten.
DER KRÖNENDE ABSCHLUSS EINES JEDEN SAFARI-TAGES
Nach der Abendsafari kehren Sie rechtzeitig zum Dinner ins Camp bzw. die Lodge zurück, wo Sie in wunderschöner Atmosphäre häufig mit Gesang und in den Bäumen aufgehängten Laternen empfangen werden. Bevor Sie die Lagerfeuerromantik beim Aperitif unter dem unvergleichlich klaren Sternenzelt vollends auskosten können, haben Sie Gelegenheit eine wärmende Dusche zu genießen. In den einfacheren Zeltcamps gibt es Campingduschen, die während Ihrer Abwesenheit mit heißem Wasser befüllt wurden. Und schon duftet es fantastisch nach Essen, das trotz – oder gerade wegen? – der Tatsache, dass die Zivilisation weit, weit weg ist, schmeckt wie in einem ausgezeichneten Hotelrestaurant, wenn nicht sogar besser.
An Gesprächsstoff mangelt es dabei sicherlich nicht. Außer zu Ihren eigenen Erlebnissen können Sie sich mit dem netten Personal zu teilweise unglaublichen Safari-Geschichten austauschen. Nicht selten wagt sich in den nicht eingezäunten Unterkünften eine freche Hyäne in die Nähe des Feuers. Aber die erfahrenen und hervorragend ausgebildeten Ranger passen gut auf Sie auf, und solange sie entspannt sind, ist alles gut. Alleine sollten Sie sich in der Dunkelheit aber auf keinen Fall fortbewegen und werden deshalb auch von ihnen zu Ihrer Suite/Ihrem Zelt begleitet.
Wenn Sie sich das gewisse Extra an Safari-Feeling wünschen, gönnen Sie sich doch einen Sleep-out. Dabei schlafen Sie auf einer erhöhten Plattform unter freiem Himmel, oft ein Stück abseits des Camps/der Lodge. Hin und zurück werden Sie begleitet und können bei Bedarf Funkkontakt aufnehmen. In jedem Fall wird die Nacht außergewöhnlich. Mal bricht ein Elefant ganz in der Nähe durchs Unterholz, mal brüllt ein Löwe nur wenige Meter entfernt… Und Sie sind mittendrin in Ihrem kuscheligen Bett, eins mit der Natur und voller Vorfreude auf das, was der morgige Tag so bringen mag.


